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Ein südangeliter Fachhallenhaus
- Die Braaskate in den dreißiger Jahren - ERBAUT 1692 |
Das südangeliter Fachhallenhaus verbindet die Vorteile
des quergeteilten Wandständerhauses mit denen des sächsischen
Fachhallenhauses. Der nach Westen gerichtete Stallteil ist eine Fachhalle mit
Mittellängsdeele und seitlichen Ställen, in denen die Tiere zur Deele hin
standen und von dieser aus gefüttert wurden.
Der Ostteil des Hauses beansprucht den Wohnteil und ist quergeteilt,
d.h. er ist mit einer inneren Längswand versehen.
Die beiden Teile unterscheiden sich auch in der Konstruktion. Während der
Stallteil auf den Innenstützen ruht und dessen Außenwände kaum zu tragen haben,
ist im Wohnteil der Wandständer wesentlich, und die Raumverteilung ist
dort von den Fachen und Gebindelagen, die im Hallenhaus die Struktur bestimmen,
unabhängig. Eine besondere angeliter Note ist in der Enge der Fachwerkfelder zu
erkennen, im Wohnteil unter jedem Fenster drei. Das Äußere zeigt ein
sehr rationales Fachwerk, mit den in Angeln typischen gelben Backsteinen
ausgemauert. Die großen Fenster zeugen von einem besonderen
Bauernpatriziat.
Im Vergleich zu anderen Regionen in Schleswig-Holstein zeigen sich die damals
hohen Lebensansprüche der Angeliter in der Übergewichtigkeit des
Wohnteils, welcher in der Backlau (Hinterraum) eine Abnahmewohnung,
die mit einem separatem Eingang versehen ist, enthält.
Der Grundriß in den dreißiger Jahren.
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Die 1692 erbaute Braaskate ist eines der wenigen noch
erhaltenen Fachhallenhäuser in Südangeln. Die deutliche Trennung der beiden
Bauformen ist bei der Braaskate deutlich zu erkennen, wie auch
der obige Grundriß veranschaulicht.
Ein Teil der separaten kleinen Abnehmerwohnung im hinteren Hausteil wird heute als
Ferienwohnung genutzt.
Zur Katenstelle gehört ebenfalls noch ihre Toft (Hauskoppel) von
ca. einem Hektar Größe. Die Braaskate ist eine ehemalige Priester-Lansten-Kate
(der Kirche zu Abgaben verpflichtet), die einst zur heute nicht mehr vorhandenen
Goltofter Kirche gehörte. Diese wurde völlig abgetragen. Die an die Hauskoppel der Braaskate
angrenzende Toft Karckberg war der Standort der Goltofter Kapelle. Viele
Baumaterialien, die in der Braaskate verbaut wurden, zeugen von dieser Herkunft.
Die im Stallteil eingesetzten Balken stammen aus dieser Kirche.
Weiterhin wurden alte Kirchensteine (vermutlich aus einer Ziegelei des
Lübecker Klosters) in den Innenwänden verbaut.
Mit der heute als
Baudenkmal geführten Braaskate und ihrer dazugehörigen Toft konnte eine der
ältesten Katenstellen in Südangeln erhalten bleiben. Ihren Namen, wie er
für historische Gebäude typisch ist, erhielt die Braaskate durch die über mehrere
Jahrhunderte (bis 1952) hier ansässige Familie Braas.
Die Familie Braas mit Knecht und Jagdhund vor der Haustür (dreißiger Jahre).
Witwe Elisabeth Braas beim Zeitunglesen im Pesel (dreißiger Jahre).
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Das neue Reetdach wurde nach alter Handwerkskunst genäht.
Die für die Landschaft Angeln typischen Hängehölzer aus Eiche werden
zur Befestigung des Heidekrautfirsts verwendet.
Erneuerung der Südseite.
Die Verwendung handwerklicher Zimmermannsverbindungen und der Einsatz alter Baumaterialien standen bei der Sanierung der Looseite im Vordergrund.
Erneuerung der Westseite.
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